Alte japanische Pokémon-Karten lesen: Nummer, Symbol, Set
Nimmst du eine japanische Pokémon-Karte aus den 90ern in die Hand, wirkt der Aufbau vertraut, bis du die Kartennummer suchst. Auf dem Bisaflor steht groß „No. 003“, aber das Set hat weit mehr als drei Karten. Der Kniff: Bei japanischen Vintage-Karten ist diese Nummer die Pokédex-Nummer und nicht die Position im Set. Weißt du das, erschließt sich die ganze Karte.
Die Nummer ist die Pokédex-Nummer
Englische und moderne Karten nutzen das Format X / Y, also Karte 4 von 102. Die frühen japanischen Sets (vom Base Set bis zur Neo-Serie) machten es anders: Sie druckten die nationale Pokédex-Nummer. Das japanische Base-Set-Bisaflor ist also No. 003, Glurak No. 006 und Turtok No. 009, dieselben Nummern wie in den Spielen. Ein „/ 102“ gibt es nicht, weil diese Sets schlicht keine Setgröße aufgedruckt hatten.
Das Eckensymbol = Seltenheit
Schau in die untere rechte Ecke, direkt unter den KP. Ein Kreis steht für Common, eine Raute für Uncommon und ein Stern für Rare (Holo oder Non-Holo). Ist diese Ecke leer, hältst du womöglich einen Erstdruck von 1996 in der Hand, denn die No-Rarity-Karten stammen aus der Zeit vor dem Seltenheitssymbol-System. Diese eine leere Ecke kann der Unterschied zwischen einer Common und einer fünfstelligen Karte sein.
Das Set erkennen
Das Set erkennst du am Logo und am Erweiterungsnamen auf Karte und Booster. Das Base Set heißt 拡張パック („Expansion Pack“), spätere Sets tragen eigene Kennzeichen. Kombinierst du die drei Signale Name, Set, Pokédex-Nummer, landet jede japanische Vintage-Karte bei genau einem Eintrag. Das ist derselbe Schlüssel, mit dem wir unseren Katalog mit echten Verkäufen verknüpfen, damit ein Preis immer zur richtigen Karte gehört und nicht zu einem gleichnummerierten Doppelgänger aus einer anderen Ära.
Warum das für den Wert zählt
Eine japanische Karte falsch zu lesen heißt, ihren Preis falsch zu lesen. Ein modernes „006/021“-Glurak-EX und das Glurak aus dem Base Set von 1996 haben eine „006“ gemeinsam und sonst nichts: Das eine ist eine aktuelle Bulk-Karte, das andere ein Stück Geschichte. Wer versteht, wie Nummer, Symbol und Set zusammenspielen, zahlt nicht für den falschen Druck zu viel, und eine Marktansicht kann dir den Median echter Verkäufe für genau die Karte in deiner Hand zeigen statt eines unscharfen Durchschnitts. Den größeren Kontrast zum englischen Hobby findest du unter Japanische vs. englische Karten.
- Auf japanischen Vintage-Karten ist das große „No. XXX“ die Pokédex-Nummer, nicht die Position im Set.
- Dieselbe Nummer wiederholt sich über Sets hinweg. Erkenne eine Karte an Name + Set + Nummer, nie an der Nummer allein.
- Das Symbol unten rechts ist die Seltenheit: Kreis/Raute/Stern. Eine leere Ecke kann ein No-Rarity-Erstdruck von 1996 sein.
- Wer die Karte richtig liest, verhindert, dass eine moderne Karte mit gleicher Nummer einen Vintage-Preis verfälscht.

